Mittwoch, 24. August 2016

Über das spontan sein mit Kind






"Na jetzt ist es ja erst mal vorbei mit den Reisen!"
"Mit Kind macht man das nicht mal eben schnell."
"Schade, darauf müsst ihr die nächsten Jahre wohl verzichten."

Kennt ihr solche Floskeln? Mir wurden solche und ähnliche Sätze des öfteren an den Kopf geworfen als ich mit meinem Sohn schwanger war.  Richtig berührt haben sie mich aber eigentlich nie. Tief in mir drinnen fühlte ich einfach immer, dass wir unseren Weg schon gehen würden. Und Reisen waren meinem Mann und mir wichtig und das sollte auch in Zukunft so bleiben. Eine Fernreise haben wir zwar bisher noch nicht gemacht, aber wir waren schon drei mal mit unserem Sohn in Portugal, beim ersten Mal war er gerade ein halbes Jahr alt. Und es geht eben doch alles. Sogar prima! Es verändert sich, ja klar, aber das ist auch gut so. Ich finde, sofern man sich darauf einstellt, dass Urlaube mit Kind eben anders sind, machen sie genauso oder sogar mehr Spaß als zuvor.

Und das man in seiner Urlaubsplanung auch spontan sein kann, haben wir letzte Woche bewiesen.




Freunde von uns sind auf einen Campingplatz nach Italien gefahren und da das Wetter bei uns bescheiden vorher gesagt war, dachten wir es wäre nett spontan mitzufahren und uns dort einen Bungalow zu mieten. Ha, von wegen. Alles restlos ausgebucht. Wir baten darum im Falle einer Stornierung angerufen zu werden allerdings wurden uns keine Hoffnungen darauf gemacht. Am Montag brachten wir unser Auto in die Werkstatt und mein Mann meinte im Scherz: Wetten, dass die gleich danach anrufen?

Sie riefen an. Am nächsten Tag um 13 Uhr. Sie hätten einen Bungalow frei ab sofort bis Samstag. Und wir? Wirbelten los ohne viel darüber nachzudenken. Mechaniker anrufen - Auto fertig? Ja. Perfekt! Auto holen, packen, tanken und um 18.30 Uhr saßen wir dann auch schon im Auto auf dem Weg nach Italien. Unser Sohn war in heller Begeisterung und hielt sich bis 21 Uhr glücklich im Auto wach und kommentierte freudig jeden Tunnel und jedes Auto: "Unnel! Ato!" halte es in regelmäßigen Abständen von der Rücksitzbank. Und wir? Wir tranken Dosenkaffee und Red Bull und fühlten uns wieder wie Anfang 20, als man noch ohne viel zu überlegen für einen Tag an den Gardasee gefahren ist. Es war fast wie eine Zeitreise. Um 0.30 Uhr kamen wir dann glücklich (und etwas müde) an unserem Ziel an.


Ist es verrückt für so kurze Zeit mit einem Kleinkind unter zwei knappe 600 km zu fahren?

Ja, herrlich verrückt und herrlich schön!

Wir waren am Strand und haben Sandburgen gebaut, haben in den Wellen gespielt, Frösche beobachtet, Spachteleis gegessen (mmh), in Strandbars Cappucino getrunken, ganz viel Ball gespielt und uns einfach durch den Tag treiben lassen. Auf einem Campingplatz war ich seit Kindertagen nicht mehr und ich muss zugeben, für Kinder ist es einfach ein Paradies. Spielpartner gibt es an jeder Ecke und ich war fasziniert wie offen Marvin auf alle anderen Kinder zugegangen ist. Ich wünschte mir diese kindliche Unbedarftheit manchmal zurück und wünsche ihm, dass er sie sich noch lange erhält.

Und mit einem Bungalow hatten wir auch genau das richtige Maß an Camping. Ein eigenes Bad mit Dusche, aber morgens Wasser auf dem Gasherd kochen für den Instantkaffee. Für uns eine perfekte Mischung. Denn so richtig Zelten, kann ich mir aktuell irgendwie nicht mehr vorstellen.



Hier noch eine witzige Geschichte: Vor unserem Bungalow fand ich an einem Tag eine Traktorschaufel und freute mich, weil ich dachte, dass Marvin diese von seinem Traktor abgemacht hatte und ich sie wieder gefunden hatte, bevor sie verloren gehen konnte. Weit gefehlt! Offenbar hatten die Vormieter diese verloren und hatten doch tatsächlich exakt den gleichen Traktor dabei wie wir. Was für ein Zufall! Ab jetzt haben wir also eine Ersatzschaufel für den Fall der Fälle!


Auf dem Rückweg legten wir für dann auch noch (wieder spontan) einen Zwischenstop für eine Nacht in einem Hotel in Südtirol ein und gingen abends in unserer Lieblingspizzeria zum Essen. Dort haben wir früher immer auf unseren Motorradtouren gehalten und gegessen, diese Mal waren wir das erste Mal mit Kind da. Ein schönes Gefühl.

Kann man spontan sein mit Kind? Man kann und sollte es sein. Es ist die pure Lebensfreude.

Habt es schön ihr Lieben!

Kommentare:

  1. Ein interessanter Post und da stimme ich Dir völlig zu - auch mit Kindern geht das Leben und der Alltag weiter. Es findet sich für alles eine Lösung. Also warum nicht spontan Koffer packen um eine kleinen Auszeit zu genießen? Die tut schließlich immer gut ;-)
    Ganz sonnige Mittagsgrüße,
    Sabine

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    1. Oh ja! Ein Hoch auf die Auszeiten :-)!
      Sei lieb gegrüßt, Sabrina

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  2. Oh, das klingt nach einen wunderschönen Trip! Bin auch der Überzeugung dass alles geht, wenn man nur will und hoffe, dass es in unserer zukünftigen Familie nicht anders sein wird <3
    Liebsten Gruß aus Berlin,
    Anni

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    1. Liebe Anni, ganz bestimmt kriegt ihr mit eurer zukünftigen Familie alles hin was ihr euch wünscht! Ist das etwas ein kleiner Hinweis ;-)? Ganz liebe Grüße, Sabrina

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  3. Haaach, herrlicher Beitrag, Liebes *-* Hat richtig Spaß gemacht ihn zu lesen!
    So sollte es sein :) Manchmal ist zuviel nachdenken und sich reinsteigern eben nicht unbedingt das Beste!
    Und das mit der Schaufel ist ein witziger Zufall :D

    Fühl dich gedrückt und liebste Grüße an dich,
    deine Rosy ♥

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    1. Oh wie mich das freut, liebe Rosy! Ich stimme die absolut zu, lieber weniger nachdenken und einfach mal machen.
      Ich drück dich zurück!
      Sabrina

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  4. Hallo Sabrina,

    ich finde deinen Spontan-Urlaub total klasse. Und 600 km fahren wir mit unseren Mädchen jedes Jahr mindestens einmal, seit sie Babys sind. Das funktioniert wunderbar. Man muss halt Pausen einplanen.

    Liebe Grüße
    Ella

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    1. Ja, Pausen sind die besten Freunde von Reisenden mit Kindern, da hast du absolut Recht!
      Liebe Grüße, Sabrina

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  5. Na ihr habt definitiv bewiesen, dass man auch mit Kind spontan sein kann. Schade, dass einem die Leute so oft einbläuen, was geht und was nicht geht. Umso schöner, dass ihr euch davon nicht abhalten lasst und es allen zeigt, dass es doch geht :-) Ganz liebe Grüsse, Nadia

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    1. Liebe Nadja,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich finde auch man sollte sich gegenseitig lieber motivieren, als demotivieren!
      Liebe Grüße, Sabrina

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