Freitag, 4. März 2016

Granatapfelgelee mit Aperol // Breakfast with booze


Die meisten Lacher meines Sohnes ernte ich, wenn er etwas bestimmtes haben will und ich den Kopf schüttel und sage: "Meins." Augenblicklich verbiegt er sich vor Lachen, gerade so ohne dabei umzufallen. Haha, von wegen, denkt er sich sicher. Und dann ignoriert er geflissentlich meine Ansage und versucht weiterhin seine anvisierte Beute irgendwie in die Finger zu bekommen. Gut, oft gebe ich ja auch tatsächlich nach und gebe ihm doch ein Stückchen von meinem Kuchen oder etwas Milchschaum von meinem Cappuchino. Aber lieber Sohnemann, beim nächsten Sonntagsfrühstück bleibe ich tatsächlich stur, denn dieses Gelee bekommst du nicht. So. Das gehört ganz alleine Mama und Papa, denn darin verbigt sich ein guter Schuss Aperol. Breakfast with booze - würden unsere amerikanischen Freunde wohl dazu sagen. Aber nein, kein Angst, betrunken werdet ihr davon sicher nicht.





Granatäpfel haben wir gerade eigentlich immer zu Hause. Gut, dass man sie mittlerweile sogar beim Discounter bekommt. Allerdings gibt es natürlich, wie bei jedem Obst, qualitative Unterschiede. Ich kaufe meine Granatäpfel gerne in München, in einem türkischen Lebensmittelgeschäft, welches praktischerweise direkt auf dem Weg in mein Büro liegt. Dort gibt es Granatäpfel in Hülle und Fülle und sogar zu sehr moderaten Preisen.

Ich verwende die Kerne meist klassisch auf meinem morgendlichen Müsli, aber gerne auch als knackige Zutat in einem feinen Salat. Oder als Snack zwischendurch, das hat übrigens auch mein Sohn kürzlich für sich entdeckt und ist nun geradezu süchtig nach den roten Kraftpaketen. Denn super gesund ist der Granatapfel ja auch noch, wem muss ich das noch sagen.

Kürzlich hatte ich dann mal Lust etwas Neues auszuprobieren und so entstand dieses köstliche Granatapfelgelee mit Aperol. Und das Beste daran, ihr braucht nicht einmal einen Entsafter um den Saft zu gewinnen. Es ist einfacher als gedacht. Lediglich etwas Muskelkraft, eine Gabel und eine Kartoffelpresse sind nötig. Und nein, ihr braucht anschließend keinen Tatortreiniger für eure Küche.

Um den Saft zu gewinnen habe ich zwei Techniken kombiniert. Zuerst habe ich den Granatapfel kräftig auf der Küchenarbeitsplatte hin und her gewaltzt. Dabei wird der Granatapfel richtig weich und man spürt wie innen die Kerne platzen. Anschließend sticht man mit einer Gabel in den Granatapfel und drückt den Saft in eine Schüßel. Die Idee habe ich durch ein YouTube Video bekommen und ich muss sagen, hat super funkioniert. Wer mal schauen will: klick.
Dann habe ich den Granatapfel aufgemacht und es waren doch noch einige Kerne nicht aufgeplatzt. Denen bin ich dann mit der Kartoffelpresse zu Leibe gerückt. Einfach die ausgelösten Kerne in die Presse geben und kräftig pressen. Zwischendurch die Kerne mit einer Gabel auflockern und wieder pressen. Klappt großartig. Am besten ihr haltet die Presse in einen tiefen Topf, so könnt ihr die Spritzer gut in Schach halten.




 Ihr braucht:
- 250 ml Granatapfelsaft (bei mir reichten 2 große Granatäpfel aus)
- 50 ml Aperol
- 250g Gelierzucker 1:1 (wer sein Gelee fester möchte nimmt 300g)

So geht's:

Den Granatapfelsaft mit dem Zucker mischen und langsam auf dem Herd erhitzen. Sobald die Masse kocht, wird das Ganze noch 4 Minuten weiter gekocht (sprudelnd!), dabei sollte man immer wieder den entstandenen Schaum abschöpfen. Kurz vor Ende der Garzeit den Aperol zugeben. Dann das Gelee in sterilisierte Gläser abfüllen und auf dem Kopf stehend auskühlen lassen.

Ich habe das Gelee mit etwas weniger Zucker gemacht, weil ich Gelees lieber etwas cremiger mag. Wer es lieber klassich stockfest möchte, nimmt 300g Zucker.

Viel Spaß beim Nachkochen!

Habt es schön!


Kommentare:

  1. Oh das sieht aber lecker aus. Hab ich so auch noch nie probiert. Aber das macht Lust darauf es mal auszuprobieren.
    Ganz tolle Fotos machst du übrigens.
    Liebe Grüße Nina

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    1. Liebe Nina, das ist aber lieb von dir. Ich fotografiere liebend gerne, da freue ich mich natürlich sehr über ein Kompliment. Das Gelee musst du unbedingt testen, es macht süchtig!
      Liebe Grüße, Sabrina

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